Neue HPD-Motorbremse von Jacobs Vehicle Systems begeistert Testfahrer in Speditionen

28. April 2020
Sieben Männer stehen vor einem HPD-Demo-Lkw bei der Vorführveranstaltung in Devenbeck.

Lesen Sie mehr über die aktuellen „Ride and Drive“-Veranstaltungen in Deutschland im KFZ-Anzeiger vom Januar 2020.

Speditionen in Deutschland nutzten die Möglichkeit, die neue HPD-Motorbremse (High Power Density) in einem Vorführ-Lkw selbst zu testen. Die Testfahrer waren sich einig: HPD hat das Potential, konventionelle Retarder künftig überflüssig zu machen.

 

BLOOMFIELD, CT, USA − Jacobs Vehicle Systems® (Jacobs), weltweit führender Hersteller von Motorbremssystemen für Heavy-Duty-Diesel- und Gasmotoren sowie von Ventilsteuerungs­technologien, ließ seine innovative HPD-Motorbremse von Speditionen testen. Von Herbst 2019 bis Februar 2020 machte der Demo-Truck, ein mit 40 Tonnen voll ausgeladener Mercedes Actros 1845 LSN, bei verschiedenen Speditionen im Westen Deutschlands Halt, damit Fahrer, Fahrertrainer und Unternehmensleitung sich während einer Probefahrt ein Bild von der innovativen HPD-Motorbremse machen konnten. Bisher waren alle Testfahrer überrascht von der Leistung der HPD-Motorbremse und stellten fest, dass sie mit der Bremsleistung eines Retarders vergleichbar sei.

 

Die HPD-Bremse von Jacobs bringt bei 1.400 U/min. die gleiche Bremsleistung wie die aktuell verbaute Motorbremsengeneration bei 2.100 U/min. Das bestätigt auch der Praxistest durch die Speditionen Wessels, Fendrich, Große-Vehne und Duvenbeck. Nach den Testfahrten berichten die Fahrer von einem gleichmäßigen und guten Ansprechverhalten der HPD-Motorbremse. Ein weiterer Pluspunkt des Jacobs-Motorbremssystems: Es erreicht über den gesamten Betriebsbereich die eineinhalbfache Bremsleistung herkömmlicher Dekompressionsbremsen. Bei niedrigen Drehzahlen bringt es sogar mehr als die zweifache Bremsleistung. Und auch nicht zu verachten: Die HPD-Motorbremse ist in den Motor integriert und mit nur circa 10 kg deutlich leichter als ein Wasser-Retarder, der rund 175 bis 200 kg auf die Waage bringt.

 

Der Einsatz der HPD-Motorbremse ist denkbar einfach: Sobald der Fahrer den in der Kabine montierten Schalter der Motorbremse auf „on" gestellt hat, steuert ein Hebel am Lenkrad die gewünschte Bremskraft. Die Bremse wird automatisch eingeschaltet, wenn das Gaspedal vollständig freigegeben ist - und ausgekuppelt, wenn das Gaspedal gedrückt wird. Dies sorgt für sanftes Abbremsen und sichere Geschwindigkeitskontrolle bei Gefällen, wodurch das umständliche Herunterschalten entfällt.

 

Mike Terbeck, Fuhrparkleiter bei Wessels Logistik und früher selbst Berufskraftfahrer, war von der Bremsleistung der HPD-Motorbremse schon bei niedrigen Drehzahlen vollends begeistert und stellte fest „Die HPD-Bremse ist vergleichbar mit einem 5-Stufen-Retarder“.

 

Durchaus skeptisch war Andreas Fendrich, Geschäftsführer der Fendrich Spedition und Baustoffe, vor Beginn der Probefahrt. Ob es sich wohl lohnen würde, Zeit für eine derartige Probefahrt zu opfern? Schnell schlug seine Skepsis in große Zustimmung um. „Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Wenn die HPD-Technik serienmäßig verfügbar ist und die Gesamtkosten inklusive Wartungskosten stimmen, werde ich sie sofort kaufen. Mit HPD würden meine Kippermulden endlich die gleiche Bremsleistung wie Fernzüge erreichen."

 

Michael Raukamp, Speditionsleiter und Prokurist bei Große-Vehne Transporte + Spedition, stellte Vergleiche zwischen Retarder und HPD-Bremse an und bemerkte: „Die HPD Bremse arbeitet super in den unteren Drehzahlbereichen, daher gefällt sie mir noch besser als ein Retarder. Die Retarder-Hersteller sollten sich vorsehen. Wenn die HPD-Bremse auf den Markt kommt, können sie wahrscheinlich ihren Laden zu machen."

 

Lob kam auch von Norbert Bollmann, Werkstattleiter bei Große-Vehne: Für ihn spielen vor allem die einfache Bedienung, die unkomplizierte Wartung und die Zuverlässigkeit der neuen Bremse eine wichtige Rolle.

 

Am Jacobs-Test bei der Duvenbeck Unternehmensgruppe nahmen vier der insgesamt 25 firmeneigenen Fahrertrainer sowie Hans-Peter Borchardt, Flotten-Risikomanagement, teil. Duvenbeck, mit mehr als 1.600 Lkw eines der größten deutschen Logistikunternehmen, beschafft derzeit wegen des höheren Wiederverkaufswertes sämtliche Fahrzeuge mit Retarder. Doch das wird sich ändern, sobald die HPD-Motorbremse serienmäßig verfügbar ist - da waren sich alle Testfahrer einig. Weniger Unfälle, leichtere Schulung der Fahrer - aus Sicht der Fahrertrainer hat die neue Motorbremse gravierende Vorteile und sollte eingesetzt werden, sobald sie seitens der Motoren- und Fahrzeughersteller verfügbar ist.

 

Sven Schneider, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Duvenbeck, bestätigt: „Die Bremsleistung ist absolut eindrucksvoll, vor allem wenn man bedenkt, dass da 40 Tonnen im Nacken waren. Eine derart hohe Bremsleistung schon bei niedrigen Drehzahlen gibt den Fahrern Vertrauen. Ich gehe davon aus, dass diese Motorbremse die Sicherheit von Fahrer und Fahrzeug wesentlich verbessern kann und warte ungeduldig darauf, dass wir sie bald bestellen können." Hans-Peter Borchardt ergänzt: „HPD ist einfacher anzuwenden als ein Retarder und daher ein Sicherheitsgewinn; das ist neben der hohen Bremsleistung ein großer Vorteil."

 

Neben den praktischen Tests haben bereits zahlreiche OEM-Entwicklungsprogramme in Europa, Nordamerika und Asien bewiesen, dass die HPD-Bremstechnologie von Jacobs den herkömmlichen Dekompressionsbremsen überlegen ist und sich sowohl für CNG- als auch für Dieselmotoren eignet.

 

Hilko Schmitt, Manager Global Marketing and Business Development bei Jacobs Vehicle Systems, beschreibt den Zeithorizont für die Serieneinführung der HPD-Motorbremse. „Seit der ersten Vorstellung dieser revolutionären 2-Takt-Techologie durch Jacobs im Jahr 2016 haben wir bereits 9 aktive Entwicklungsprogramme mit OEMs weltweit unterzeichnet. Diese Programme decken alle wichtigen Regionen ab. Wir gehen davon aus, dass unsere neue Bremstechnologie serienmäßig in den kommenden neuen Motorengenerationen verbaut wird."

 

Nordamerika Technik-Tour wurde verschoben

 

Der Start der ursprünglich für Frühjahr 2020 geplanten Nordamerika Technik-Tour musste wegen der Corona-Pandemie leider verschoben werden. Der neue US-Demo-Truck, ein Freightliner Cascadia Class 8 Lkw, ist mit neuesten Technologien zur Verbesserung von Produktivität und Bremsleistung sowie zur Senkung von Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß ausgestattet. Dazu gehören unter anderem die High Power Density Motorbremse sowie die Active Decompression Technology® (ADT), die Vibrationen im Führerhaus durch einen schnelleren, sanfteren Motorstart sowie Motorabschaltung verhindert.